Warum wir dieses Buch geschrieben haben – und welches Problem es löst.

Sebastian: Andreas, wenn ich mich ganz pragmatisch frage, warum wir dieses Buch geschrieben haben, dann würde ich sagen: weil ich keine Lust mehr auf diese ständige Veränderungsmüdigkeit habe. In fast jedem Unternehmen, in das wir kommen, sitzen motivierte Leute. Aber sie reiben sich auf zwischen Tagesgeschäft, Zahlen und zähen internen Abstimmungen. Was war für dich der Punkt, an dem klar war: Wir müssen das jetzt aufschreiben?

Andreas: Wir haben Gestaltungslust geschrieben, um eine Antwort auf eine sehr direkte Frage zu geben: Wie machen wir ein Unternehmen zukunftssicher, ohne dass die Hälfte der Mannschaft auf dem Weg blockiert oder aussteigt? Wir sehen doch überall dasselbe Muster: Entweder verordnet die Geschäftsführung eine Strategie von oben, die der Betriebsrat dann ausbremst. Oder anders herum. Oder man macht nett gemeinte Workshops, aber am Ende ändert sich im Alltag gar nichts. Wir wollen zeigen, wie es anders geht.

Sebastian: Das erleben wir ja gerade extrem: Viele Firmen stehen unter echtem Druck – sparen, Stellen streichen, Budgets einfrieren. Da sagen viele Chefs klipp und klar: ‚Gestaltungslust ist ja nett, aber wir müssen erst mal das Überleben sichern.‘ Wie passt das für dich zusammen?

Andreas: Natürlich, sparen ist notwendig, aber es ist halt keine Strategie. Du kannst ein Unternehmen gesundschrumpfen, aber du kannst dich nicht in die Zukunft sparen. Irgendwann musst du wieder die Frage beantworten, was du eigentlich verkaufen willst und wer das morgen umsetzen soll. Und das geht nicht über bunte Beraterfolien, sondern nur mit den Leuten, die das Geschäft wirklich kennen. Wenn man die Belegschaft nur als Kostenfaktor sieht, fährt man den Laden irgendwann gegen die Wand.

Sebastian: Aber genau da haben viele Führungskräfte doch Manschetten – vor allem vor zähen Konflikten mit dem Betriebsrat. Wir behaupten im Buch ja das Gegenteil: Der Betriebsrat ist kein Bremser, sondern der wichtigste Partner. Warum?

Andreas: Weil die Leute nicht mauern, weil sie grundsätzlich gegen Veränderungen sind, sondern weil sie keine Lust haben, dass über ihren Kopf hinweg entschieden wird. Wenn die Geschäftsführung im stillen Kämmerlein irgendwas austüftelt und dann verkündet, schaltet der Betriebsrat natürlich auf Abwehr. Wenn du aber von Tag eins an die Karten auf den Tisch legst und sagst: ‚Hier ist das Problem, lasst es uns gemeinsam lösen‘, verändert sich die Stimmung komplett. Man verhandelt dann nicht mehr gegeneinander, sondern baut zusammen etwas Neues. Das spart unheimlich viel Zeit, Geld und Nerven.

Sebastian: Stimmt. Es geht um den Schritt vom dauernden Reparieren hin zum echten Gestalten. In den letzten 20 Jahren haben wir in unseren eigenen Firmen und bei Kundinnen und Kunden immer wieder gemerkt: Wenn man Geschäftsführung, Belegschaft und Betriebsrat von Tag eins an zusammenholt und ihnen eine klare Struktur gibt, entsteht eine völlig andere Dynamik. Dann ist Veränderung keine Bedrohung mehr, sondern macht schlichtweg wieder Spaß.

Andreas: Deshalb auch der Titel. Gestaltungslust ist für uns kein Kuschel-Begriff. Es ist schlicht die Voraussetzung, um am Markt zu überleben. Wer nur reagiert und spart, stirbt auf Raten. Wer gestaltet, bestimmt seine Zukunft selbst. Im Buch beschreiben wir sehr konkret, wie das funktioniert – pragmatisch, messbar und ohne den üblichen Berater-Sprech.

Sebastian: Im September erscheint das Buch offiziell. Bis dahin teilen wir weitere Gedanken dazu mit euch auf LinkedIn. Nicht als fertige Wahrheit, sondern als Anstoß zum Austausch.

Andreas: Deshalb die Frage an die Leserschaft hier vor dem Monitor: Woran scheitert das echte Gestalten im Alltag meistens – am Wollen, am Dürfen oder schlicht an der fehlenden Zeit im Tagesgeschäft? Schreib uns einfach direkt zurück.

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Geschäftsführer & Berater

Schreibt hier über Gestaltungslust, operative Gestaltung von Teams durch moderne Führung und Transformation von Teams im laufenden Betrieb.

Post aus dem Ministerium für Möglichkeitsmanagement
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